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Als ersten dieser zuletzt genannten Maler möchte ich Vincent van Gogh (1853-1890) vorstellen. Je mehr ich mich mit ihm beschäftigte – vor allen Dingen mit dem Scannen seiner Bilder aus meinen Kunstalben – desto weniger konnte ich „von ihm lassen“. Um mehr von seinen Werken, seinem Leben und seinem Handeln, u. a. die möglichen Ursachen für seinen ersten Anfall in Arles, die eigene Initiative, in die Heilanstalt in Saint - Rémy zu gehen, die Gründe für seinen Selbstmord etc zu verstehen, ist es wohl unerlässlich, den Briefwechsel (fast 700 Briefe) mit seinem Bruder Theo, Kunsthändler in Paris, zu lesen. Hier der Titel seiner Briefe, aus denen ich auch einige Zitate nehmen werde, wie z.B.: „Das einzige, das nicht vergeht, ist der Glauben an Gott, unabhängig davon, wie sich die Religionen verändern; sie müssen sich erneuern, genauso wie das Grün in der Natur.“ van Gogh. Sämtliche Briefe. 6 Bände. In der Übersetzung von Eva Schuhmann. Hrsg. von Fritz Erpel. Mit einem Vorwort und einem Nachwort des Herausgebers. Einleitung von Michel Erlhoff. Lamuv Verlag. Sonderausgabe für 2001. Es gibt auch hervorragende Filme über v. Gogh, in denen die Begegnung mit seinem Leben und Werk recht aufwühlend sein kann. Hier ein interessanter Link zu dem Buch: "Van Gogh: Felder Das Mohnfeld und der Künstlerstreit" http://www.hatjecantz.de/controller.php?cmd=detail&titzif=00001130 Nun zu der Auswahl von v. Goghs Werken: sie kann bei der großen Anzahl (eines meiner Kunstalben – ein dicker „Wälzer“ – hat 873 abgebildete Gemälde außer den Aquarellen und Grafiken !) nur eine rein individuelle und auf keinen Fall eine kunsthistorische, d.h. eine professionelle sein! Ich zeige zunächst ein paar Fotos, dann Selbstporträts (im Titel als Selbstbildnisse bezeichnet) und andere Portraits. Danach erfolgt die Auswahl nach seinen einzelnen Perioden und Orten, in denen er geweilt hat. Die düstere sozial-kritische Periode in den Niederlanden, die teils bedeckte in Paris (er lebte dort bei seinem Bruder und kam mit den Impressionisten zusammen), die farbenfrohe (Sonnenblumen - Paul Gauguin gewidmet) in Arles/Provence, die oft dunkle in Saint - Rémy (Sternennacht – Zypressen und Dorf) und zuletzt die helle, lichtreiche, aber auch manchmal grelle (Weizenfeld mit Krähen) in Auvers - sur - Oise.
Van Gogh hat bis zuletzt wie besessen gemalt, gemalt, gemalt. In Saint - Rémy nannte er sein Malen „den Blitzableiter meiner Krankheit“. Während dieses selbst gewählten Aufenthaltes in der dortigen Nervenheilanstalt „Saint - Paul - de - Mausole“ beschäftigte er sich vermehrt mit religiösen Gedanken und schuf eine Reihe Bilder mit biblischen Themen, von denen ich einige zeige. In Auvers - sur - Oise, seinem letzten Aufenthaltsort auf Erden, trösteten ihn wieder die Felder; zit. v. Gogh: “Diese Bilder werden Euch sagen, was ich in Worten nicht sagen kann, nämlich was ich Gesundes und Kraftgebendes im Landleben erblicke.“ Wie gesagt, diese Bilder sollen nur eine kleine Anregung sein, sich näher mit v. Gogh zu beschäftigen; es lohnt sich, man wird reich beschenkt! Thumbnails: Um eine Vergrößerung von den Bildern zu sehen , einfach auf das jeweilige Thumbnail klicken. Möchten Sie meine Bilder ohne Scrollen genießen, dann können Sie auf folgendem Link einen Browser dafür downloaden: http://www.eu.microsoft.com/germany/ms/internet/ie6/default.htm
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Im oberen Zimmer, aus dem die Fahne weht, kam v. Gogh am 30. März 1853 als erstes von sechs Kindern zur Welt.
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Das Foto entstand vermutlich nach Beendigung seines Internatsaufenthalts in Zevenbergen, bevor er in die höhere Schule in Tilburg eintrat.
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Vincent v. Gogh im Alter von 18 Jahren Er war zu dieser Zeit Assistent in der Haager Filiale der Pariser Kunsthandlung Goupil & Cie
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Der Bruder Theo v Gogh (1857-1891) um 1889 Er war Kunsthändler in Paris und seit April 1889 mit Johanna v. Gogh- Bonger, genannt "Jo", verheiratet. Sie bekamen einen Sohn namens Vincent Willem, der erkrankt war, als v. Gogh im Mai 1890 vor Auvers-sur-Oise der Familie seines Bruder einen Besuch für ein paar Tage in Paris machte. - Theo v. Gogh eilte an das Sterbebett seines Bruders nach Auvers. - Vielleicht fiel v. Goghs Wahl seines letzten Aufenthaltsortes auf Auvers, da dieser in der Nähe von Paris lag.
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Auch für v. Gogh wurde die Hydrotherapie angewandt.
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Nach dem Selbstschuss in die Brust am 27.07.1890 lag er in diesem Zimmer noch bis zu seinem Tode am 29.07.1890; die Kugel konnte man nicht entfernen. V. Goghs letzte Worte sollen gewesen sein: "Ich wollte, es wäre nun zu Ende!"
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Er war behandelnder Arzt von v. Gogh, lud v. Gogh öfter in sein Haus in Auvers ein, stellte den Tod von Gogh fest und zeichnete v. Goghs Totenmaske, da er selbst zeichnen konnte. Auf dieser Zeichnung kam v. Goghs Erlöstheit sehr gut zum Ausdruck.
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Das Foto entstand um 1890. Während v. Goghs Aufenthalt in Auvers wohnte er hier und starb hier auch. - Arthur Gustave Ravoux, der Wirt, sitzt ganz links und seine Tochter Adeline (s. ihr Bildnis unter "Auvers") steht in der Eingangstür.
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Selbstportraits und andere Portraits
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Durch diese Selbstportraits kann man die Veränderungen im Gesicht des Künstlers im Verlauf seines Lebens miterleben, besonders im letzten, das in St. - Rémy September 1889 entstanden ist. |
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Père Tanguy verkaufte in seinem Pariser Lädchen Malutensilien; bei ihm trafen sich viele Maler.
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Niederlande
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Dieses Bild hielt v. Gogh für sein bestes Bild. "Ich habe gewollt," so schreibt v. Gogh, "dass es an eine ganz andere Lebensweise gemahnt als die der Gebildeten." Das, was sie essen, haben sie mit den eigenen Händen geerntet. Man achte auf die Gestaltung der Hände. Ich verweise auch auf sein Bild: "Zwei Hände" Nünen April 1885
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Paris
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Die Bruecke von Asnieres 1887
Paris
Vincent v. Gogh lebte während seiner Pariser Zeit bei seinem Bruder Theo, der die Kunsthandlung - Filiale von Boussod & Valadon auf dem Montmartre leitete. Im Atelier von Fernand Cormon studierte Vincent v. Gogh drei Monate. Die französischen Impressionisten und Spät-Impressionisten übten Einfluss auf Vincent v. Gogh aus.
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Im Frühjahr 1888 zieht v. Gogh in den Süden Frankreichs nach Arles in die Provence um. Die Sehnsucht nach der südlichen Sonne entstand sicherlich nicht nur nach der Anstrengung des Pariser Großstadtlebens, sondern vielleicht schon früher, als v. Gogh 1878 in der Borinage, dem belgischen Steinkohlerevier zwischen der belgisch - französichen Grenze und Mons, unter schwersten Bedingungen arbeitete. Er versuchte, den Bergarbeitern ein Laienprediger zu sein, nachdem er das Theologie-Studium zuvor aufgegeben hatte. V. Gogh galt dort als Vorreiter der Arbeiterpriester; man nannte ihn auch den Franziskus der Bergarbeiter.
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Arles
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In seinen Werken kommt das Motiv des Sämanns sehr oft vor (s. auch weiter unten). |
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"Bauernhaus in der Provence" Arles Juni 1888
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"Der Maler auf dem Weg zur Arbeit" Arles Juli 1888 - Dieses Bild wurde im 2. Weltkrieg verbrannt. |
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Von Oktober bis Dezember 1888 wohnte v. Gogh hier mit Paul Gauguin, mit dem er eine Künstlergemeinschaft eingehen wollte. Diese scheiterte jedoch an Konflikten, die zwischen den beiden Malern entstanden. Am 23. 12. 1888 verstümmelte sich v. Gogh nach einem Streit mit Gauguin ein Ohr und bekommt seinen ersten Anfall. V. Gogh kommt in das Hospital von Arles, Gauguin verlässt die Stadt.
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Vincent van Gogh "Sternennacht über der Rhone" Arles September 1888 |
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"Weiden bei Sonnenuntergang" Arles Herbst 1888
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Saint - Rémy
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V. Gogh durfte das Hospital die ersten vier Wochen nicht verlassen; so malte er den ummauerten Park. |
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Unter diesem Bild läuft die V. Gogh - Ausstellung mit dem Namen "Felder" in der Bremer Kunsthalle noch bis zum 26.01.03 |
Er habe unbändiges Verlangen nach Religion, so v. Goghs Worte aus einem Brief an seinen Bruder Theo, der ihn zeit seines Lebens unterstützt hat, obwohl er nur ein Bild seines Bruders verkaufen konnte. Vielleicht kam v. Gogh hier der Gedanke, dass Bilder von toten Künstlern - wie er es in Paris erlebt hatte - sich besser verkaufen lassen, als diejenigen von lebenden Künstlern. - Auf einer Kunstausstellung bei der Weltkirchenkonferenz in Chicago 1954 wurde "Die Sternennacht" als Meisterwerk religiöser Kunst bezeichnet. - Religion und Kunst waren für v. Gogh heilig, da sie beide die Triebkräfte für sein Tun waren als Künstler und als Christ. |
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Der Kopf von Christus mit rötlichem Haar erinnert an Selbstportraits v. Goghs; das gilt jedoch nur für die Farbe, die Gesichtszüge sind erkennbar anders geformt. |
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"Tod" (des Korns) im hellsten Sonnenlicht, welches das Korn leuchtend gelb färbt (s. auch "Weizenfeld mit Krähen" unter Auvers - sur -Oise)
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V. Gogh gestaltete "Jesus am Ölberg" ohne die Gestalt Jesu, dessen Einsamkeit er durch den halb dunkel gehaltenen Olivenhain darstellte.
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Weizenfeld mit Zypressen St.-Rémy Sept,1889 |
Berglandschaft.bei St.Rémy 1889 |
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"Der barmherzige Samariter (nach Delacroix)" St. - Rémy Mai 1890 |
V. Gogh ließ sich dieses Bild nach Auvers nachsenden. Er beschrieb es in seinem Brief Nr. 643 an Gauguin mit folgenden Worten, es sei (zit.) "sehr romantisch, aber auch, wie ich glaube, die Provence..."
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Auvers - sur - Oise
An der Schwelle der Ewigkeit 1890
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Dieses ist die Tochter des ihn behandelnden Arztes Dr. Gachet. V. Gogh war oft im Hause Gachet; er malte Marguerite auch in ihrem Garten. |
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An diesem Bild kann man v. Goghs Einsamkeit, Entbehrung und Krankheit erkennen. |
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"Bildnis Adeline Ravoux" Auvers - sur - Oise Juni 1890 Dieses ist die Tochter des Wirts Ravoux, in dessen Gasthaus v. Gogh gestorben ist. Das Bild ist sehr ausdrucksstark und zeigt viel Gefühl - auch die Sehnsucht nach dem anderen Geschlecht, zu dem er immer ein gestörtes Verhältnis hatte. --- Wer weiß, wie sein Leben verlaufen wäre, hätte er sich nicht von der schwangeren Clasina Maria ("Sien") Hoornik getrennt, die er mit ihrem Kind in Den Haag in den Jahren 1882 und 1883 bei sich aufgenommen hatte. Die Trennung geschah übrigens auf Wunsch seiner Familie. |
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"Weizenfeld mit Krähen" Auvers - sur - Oise Juli 1890
Zit. v. Gogh: "es fiel mir nicht schwer, Trauer und maßlose Vereinsamung auszudrücken..." und weiter - auf das helle Gelb des Weizenfeldes bezogen - : "Du weißt doch, dass eine der Wurzeln oder Grundwahrheiten der ganzen Bibel ist: Durch Finsternis zum Licht."